Bio in Plastik vs. Kisteninhalt

Wer im Supermarkt einkaufen geht, kennt es: Dort wird Bio-Obst und Gemüse meistens in Plastik verpackt, damit es an der Kasse von konventioneller Ware zu unterscheiden ist. Doch Plastik schadet unserem Klima und verschmutzt unsere Umwelt.

Wieviel Verpackung fällt eigentlich bei einem durchschnittlichen AboKisten-Inhalt an – und wieviel im konventionellen Lebensmittel-Einzelhandel (LEH)? Wir haben den Vergleich gemacht!

Was ist drin?

Eingekauft haben wir in einem normalen Supermarkt in Dortmund, Nordrhein-Westfalen, und zwar den Inhalt unserer grossen Gemüsekiste von dieser Woche. Lediglich den Kohlrabi aus unserer Gärtnerei mussten wir durch Brokkoli ersetzen, da es im Supermarkt keinen Bio-Kohlrabi zu kaufen gab.

Das haben wir eingekauft:
400 g Brokkoli, 1 kg Möhren, 400 g Paprika, 500 g Spargel, 500 g Rote Bete, 1 Bund glatte Petersilie und 1 Salat

In unsere AboKiste haben wir einen nahezu identischen Inhalt gepackt.

Anmerkung: Im konventionellen LEH haben wir keine glatte Bio-Petersilie und keine ungekochte Rote Bete in Bio-Qualität gefunden. Anstelle eines Kopfsalats mussten wir auf einen abgepackten Mischsalat zurückgreifen.

Was bleibt übrig?

Auch wenn wir darauf vorbereitet waren, hat uns der Plastik-Müllberg dann doch ganz schön erschreckt, der nach dem Auspacken vor uns lag. Und auch wenn in Deutschland fleißig Müll getrennt wird, ist noch nicht gesagt, ob dieses Plastik wirklich recycelt werden kann.

Anders sieht es bei unserer Gemüsekiste aus: Zurück bleibt der Papier-Einleger, unser TÜTLE . Dieses besteht aus Altpapier und kann durch uns – oder durch Sie – vollständig recycelt oder umweltschonend kompostiert werden. Und eine kleine Plastiktüte für den empfindlichen Spargel, die hier als Frischeschutz dient.

Wo kommt es her?

Wer konsequent Bio kaufen will, sollte vor allem auf die Herkunft der Waren achten. Denn was nützt der schönste Bio-Spargel, wenn er mit dem Flugzeug um die halbe Welt gereist ist? Die wahren Kosten entstehen durch Transport und Lieferung: Wenn dadurch zuviel CO2 in die Atmosphäre gepustet wird, macht es kaum einen Unterschied, ob es sich nun um Bio-Waren handelt oder nicht.

Auch die Erzeugung an sich – abgesehen von dem Verzicht auf Pestiziden und anderen fragwürdigen Mittelchen – macht einen Unterschied. Wo wird die Ware produziert und wie? Und können die Menschen, die das Obst und Gemüse anbauen, auch davon leben?

Auch einige unserer Produkte kommen jetzt im Frühjahr noch aus dem südlichen Europa oder anderen warmen Ländern. Doch im Gegensatz zum konventionellen LEH verzichten wir wie alle anderen Ökokisten-Betriebe konsequent auf Flugware. Und unsere langfristigen Partner-Betriebe können gewährleisten, dass unsere Produkte unter fairen Bedingungen produziert werden. Gleichzeitig können wir diesen Betrieben eine Sicherheit bieten, die der konventionelle Großhandel nicht gewährleisten kann.

a) Die Herkunft der Produkte aus dem LEH-Bio:
Brokkoli – Spanien (EU-Bio), Möhren – Israel (EU-Bio), Paprika – Spanien (Naturland) , Rote Bete – Niederlande (EU-Bio), Spargel – Griechenland (EU-Bio), Salat – Italien (EU-Bio), Petersilie – NRW (konv.)

b) Die Herkunft unserer Produkte
Brokkoli – Spanien (EU-Bio), Möhren – Italien (EU-Bio), Paprika – Spanien (Naturland), Rote Bete – Schleswig-Holstein (Demeter), Spargel – Lünen/NRW (Bioland) , Salat – eigene Gärtnerei/Dortmund (Demeter) , Petersilie – Deutschland/NRW (Bioland)

Die Qualität

Der Vergleichs-Brokkoli aus dem Supermarkt war leider schon angeschimmelt, auch die Möhren sehr ausgetrocknet. Dagegen legen wir viel Wert auf frisches (!) Obst und Gemüse. Und: Bei uns  können Sie überdurchschschnittlich viel Ware von zertifizierten Bio-Verbänden kaufen. Unsere eigene Gärtnerei produziert nach Demeter-Richtlinien, wir haben darüber hinaus auch Bioland, Naturland, Biokreis-Betriebe. Auch bei der ausländischen Ware kommt immer mehr aus Verbandsbetrieben.

Was kostet es wirklich?

Aber günstiger ist es schon im Supermarkt – großer Laden, kleine Preise. Doch stimmt das wirklich? Im Supermarkt haben wir 20,83 Euro ausgegeben, unsere Vergleichs-AboKiste kostete 21,01 Euro. Das macht einen Unterschied von sage und schreibe 18 Cent (!). Und die Kosten für Produktion und Entsorgung vom Plastik, sowie für das durch den Transport entstandene CO2 sind dabei noch nicht eingerechnet.